Corona-Virus

Der alu.ch bedauert die Auswirkungen des Coronavirus auf die betroffenen Menschen, wünscht ihnen gute Besserung und hofft, dass die Ausbreitung des Virus so schnell wie möglich eingedämmt werden kann!

Nachfolgend finden Sie die Stellungnahme des Aluminium-Verbandes Schweiz zur aktuellen Lage in der Aluminium-Industrie.

 

Situation der Schweizer Aluminiumindustrie in Corona-Krise

(Letztes Update 27. Februar 2020)

Keine signifikanten Absatzschwierigkeiten oder Lieferengpässe

Gemäss einer Umfrage unter den Mitgliedsfirmen des alu.ch hat die durch die Corona-Krise teilweise eingestellte Produktion in Asien aktuell noch zu keinen nennenswerten Schwierigkeiten geführt. In den rund 60 Schweizer Aluminium verarbeitenden Unternehmen, die im Branchenverband alu.ch zusammengeschlossen sind, bestehen kaum Abhängigkeiten zu Lieferanten aus der betroffenen Region. Zum jetzigen Zeitpunkt sind auch die benötigten Rohstoffmengen zur Produktion von Aluminiumhalbzeugen und Aluminiumprodukten in der Schweiz und im nahen Ausland erhältlich.

Nur wenige Schweizer Aluminiumfirmen exportieren Produkte nach China. In diesen Einzelfällen bleiben die Lieferungen aus der Schweiz in den Häfen Chinas derzeit liegen, da die dortigen Abfertigungen komplett ausgefallen und die Transportwege innerhalb des Landes unterbrochen sind. Zudem sind Transporte per Schiff aus Europa nach China stark eingeschränkt. Frachtladungen müssen frühzeitiger als üblich angemeldet oder auf dem Schienenweg transportiert werden. Zudem kommt es zu verspäteten Zahlungseingängen, da auch der Finanzbereich in China zum Erliegen kam.

Vorsorge an den Schweizer Standorten

Nebst den innerbetrieblichen Präventionsmassnahmen zum Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden wurde in Mitgliedsfirmen des alu.ch damit begonnen, Teile vorzuproduzieren, um allfällige Lieferengpässe zu vermeiden, sollte es zu personellen Ausfällen an den Schweizer Standorten kommen. Nachdem heute weitere Covid-19-Patienten in der Schweiz gemeldet wurden, steht der Gesundheitsvorsorge und die Vermeidung vor Ansteckungen mit dem Coronavirus für alle Betriebsangehörigen umso mehr an erster Stelle.

Negative Effekte durch Ausbruch des Coronavirus in Italien

Durch Verzögerungen an der Grenze und Strassensperrungen vor allem in Norditalien sowie bereits erlassene Reise- und Besuchsverbote sind seit Kurzem vereinzelt Auslieferungen von Schweizer Aluminiumfirmen nach Italien und Zulieferungen von Italien aus ins Stocken gekommen. Sollte sich die Corona-Krise in Europa weiter ausbreiten, wird mit einer deutlichen Störung der gesamten Handelsströme im europäischen Raum gerechnet – mit bislang noch nicht einschätzbaren Auswirkungen auf die Wirtschaftsaktivitäten der Schweizer Aluminiumindustrie, die zu 80 Prozent für den europäischen Raum produziert.

Positive Effekte der Corona-Krise für die Schweizer Aluminiumindustrie

Seit die Zulieferer in China aufgrund der Corona-Krise blockiert sind, verzeichnen einige Mitgliedsunternehmen des alu.ch eine erhöhte Nachfrage und vermehrt kurzfristige Bestelleingänge innerhalb Europas von Grosskonzernen, die ihre Produkte zuvor in China bezogen. Die weltwirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus erzeugen auch einen Rückkehr-Effekt von Kunden, die seit Jahren nicht mehr in der Schweiz bestellt hatten.